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Meniskusverletzungen

Meniskusverletzungen

Im menschlichen Kniegelenk befinden sich zwei Menisken – der Außen- und der Innenmeniskus. (Meniscus lateralis und meniscus medialis). Man könnte sie als Gelenkscheiben bezeichnen. Sie sind sie aus Faserknorpel (Kollagen Typ I und II) aufgebaut und vergrößern die Auflagefläche der Gelenkrollen (Kondylen) des Femurs, wodurch eine gleichmäßigere Druckverteilung entsteht. Durch die Einfassung der Oberschenkelrollen gleichen sie Unregelmäßigkeiten aus und stabilisieren das Kniegelenk bei Gleit- und Rotationsbewegungen.

Der Radius des lateralen Meniskus ist geringer als der des medialen Meniskus. Das Vorderhorn des lateralen Meniskus inseriert am Ansatz des vorderen Kreuzbandes.

Die Form des medialen Meniskus könnte man als Sichel bezeichnen.

Meniskusverletzungen 01Verletzungen der Menisken werden durch ein Trauma, durch wiederholte Mikrotraumatisierung oder durch degenerative Prozesse verursacht. Knieverdrehtraumen (insbesondere bei jüngeren und aktiven Patienten), teilweise auch mit Beteiligung des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes (mit welchem der Innenmeniskus verbunden ist) sind eine häufige Ursache für Verletzungen der Menisken. Ein klassisches Beispiel für ein Trauma mit Beteiligung der Menisken ist eine Drehbewegung bei dem gebeugten und belasteten Kniegelenks (z.B. Drehen in der Hocke, seitliches Aufstehen von einem Stuhl). Der Außenmeniskus ist aufgrund seiner höheren Beweglichkeit bei Verdrehtraumen weniger von Verletzungen betroffen als der Innenenmeniskus. Degenerative Prozesse können aber auch beschleunigt werden durch z.B. regelmäßigem Hocken – arbeitsbedingt.

Meniskusverletzungen treten grundsätzlich häufiger auf, wenn das Knie durch ein fehlendes vorderes (oder hinteres) Kreuzband, oder insuffiziente Seitenbänder nicht ausreichend stabilisiert ist. 

Von einer Verletzung des Meniskus spricht man, wenn das Meniskusgewebe in seiner Kontinuität unterbrochen bzw. seine Funktion gestört ist. Entstehung, Art und Lokalisation, sowie Symptome können jedoch stark variieren.

Meniskusrisse können unterschiedliche Gestalt aufweisen aber auch an unterschiedlichen Stellen auftreten.

Unterschieden wird hierbei zum einen zwischen Innen- und Außenmeniskus, aber auch hinsichtlich des Abstandes zur Basis (aufgrund der Intensität der Gefäßversorgung wird in die rote Zone (stark durchblutet, rot-weiße Zone (minder durchblutet, weiße Zone (nicht durchblutet) aufgrund unterschieden). Ein Riss kann am Vorderhorn, am Hinterhorn (oft in Verbindung mit Läsionen des vorderen Kreuzbandes) oder in der Pars intermedia auftreten.

Meniskusverletzungen 02Es gibt verschiedene Arten von Rissen (Rissformen). 

  • Rädiarriss 
  • Lappenriss
  • Korbhenkelriss
  • Längsriss (häufigste Form der Meniskusläsion bei jüngeren Patienten)
  • Horizontalriss

Dazu kommen Verschleißerscheinungen.

In einer Operation (Arthroskopie) werden die Meniskusrisse entweder durch partielle Resektion (Entfernung) des beschädigten Meniskusgewebes oder – wenn möglich – durch dessen Naht behandelt. Da den Menisken – wie bereits oben beschrieben – wichtige und zentrale Rollen im Kniegelenk zukommen, sollte der Erhalt der Menisken an höchster Stelle stehen und eine Naht – sofern möglich – immer die erste Option sein.

Die Entscheidung zur Naht kann und wird oft erst intraoperativ getroffen. Dass jedoch bspw. nach einer Totalresektion des lateralen Meniskus eine um mindestens 200% höhere Belastung auf den Knorpel von Femur (Oberschenkel) und Tibia (Unterschenkel) wirkt, sollte die Priorität der Meniskusnaht noch einmal verdeutlichen.

Sie ist jedoch nicht immer möglich. Hinsichtlich ob möglich oder nicht, spielen Lokalisation des Risses, Ausmaß von begleitenden Knorpelverletzungen, allgemeine Kniegelenksstabilität und Beschaffenheit des Gewebes wichtige zentrale Rollen.
Eine Meniskusnaht sollte – wenn möglich immer -, jedoch insbesondere durchgeführt werden bei instabilem Kniegelenk in Kombination mit einer Bandstabilisierung, bei jüngeren Patienten bzw. bei fehlenden degenerativen Veränderungen, bei Meniskusrissen in durchbluteter Zone und stabilem Kniegelenk.

Ist das Gewebe jedoch bereits stark degeneriert oder zerstört, das Gelenk hochgradig instabil ohne anderweitige Stabilisierung oder der Meniskusriss in der so gut wie nicht durchbluteten „Weiß-Weiß-Zone“ bleibt oft nur noch die partielle Resektion.
Sowohl die Meniskusrefixaion (Naht) als auch die partielle – nicht Totalresektion werden angewendet um die Entstehung und Progression von Arthrose zu reduzieren und einzudämmen.

Meniskusrisse und -verschleiß lassen sich jedoch auch vorbeugen; 

Tiefes in die Hocke gehen, sowie andere statische Belastungen mit jedoch ungleicher Lastverteilung auf Menisken und Knorpel sollten vermieden werden. Ebenso wirken sich Hyperextension sowie Valgus- und Varusfehlstellungen negativ auf Menisken und Knorpel aus. Valgus- und Varusfehlstellungen lassen sich jedoch – abhängig von verschiedenen Faktoren – auch operativ beheben (siehe „Beinachsenfehlstellungen“).

Durch das Vermeiden von Stop-and-go-Sportarten mit schnellen Richtungswechseln verringert man ebenso das Risiko für Meniskusverletzungen aber auch insgesamt Verletzungen des Kapsel-Band-Apparats. Eine Gewichtsreduktion, insbesondere bei Übergewicht, wirkt sich immer positiv auf Menisken und Knorpel und somit auch auf eine Reduktion des Risikos einer Arthroseentwicklung aus.


Bilder Fotolia:
#91782373 | Knieschmerzen, bandagiertes Knie | Urheber: miss_mafalda
#55016327 | Aufbau des Meniskus | Urheber: bilderzwerg
#55030297 | Arten von Meniskusverletzungen | Urheber: bilderzwerg

Tags: arthroskopie, Meniskus, Meniskusriss, Meniskusnaht, Menisksentfernung, unhappytriad, meniskusrefixation